Stumme Verletzungen

Nicht alles was schmerzt, ist eine behandlungswürdige Störung. Genauso muss „nicht jede Störung schmerzen“. Für letzteren Satz möchte ich Ihnen eine Überlegung mitgeben:

Im folgenden Video sehen sie durch die Linsen eines Mikroskopes, auf ein Bärtierchen. Dieses kann bei Gefahr in einen eingefrorenen, „kryostatischen“ Zustand überzugehen. Dazu tauscht es sein Zellwasser gegen auskristallisierende Proteine aus. Es ist dann deutlich robuster gegen Umweltschäden gewappnet, wie Hitze, radioaktive Strahlung und sogar das Vakuum des Weltraumes. Allerdings sendet dieses Tier dann kaum noch Signale aus, noch empfängt es welche. Es befindet sich in einem Winterschlafmodus. Sehen sie selbst:

Ist die Gefahr überstanden und kommt es dann wieder in Kontakt mit Wasser, nimmt es seine alte Lebendigkeit wieder auf.

Natürlich ist unsere Biologie vom Wasserbären verschieden. Ob unsere Zellen über einen vergleichbar effektiven Mechanismus verfügen, ist mir nicht bekannt. Es geht mir hier nur darum ein Grundverständnis für die Denkarten in der Osteopathie zu vermitteln. Empirisch lässt sich beobachten, dass auch unsere Gewebe leise und ohne, dass wir es direkt bemerken, in einen blockierten, aber geschützten Zustand übergehen können. Sie werden stabiler unter dem Preis, dass sie verstummen. Daher erklärt sich der anfängliche Satz: „Nicht jede Störung muss schmerzen“.